Der Mythos Freiheit und der Weg der Meditation
2. November 2008 | Autor: Redaktion | Rubrik: Spiritualität
Chögyam Trungpa gehört zu den bekanntesten und hierzulande am meisten diskutierten Dharma-Meister, der entscheidend dazu beitragen konnte, dass der tibetische Buddhismus nicht nur als Klischeevorstellung in den Köpfen westlicher Interessierter existiert. Sein Buch “Der Mythos Freiheit und der Weg der Meditation” erschien zunächst unter dem Titel “Das Märchen von der Freiheit” und basiert auf Vorlesungen, die Chögyam Trungpa Anfang der 70er Jahre gehalten hat. Es bietet eine gut lesbare, wissenschaftlich orientierte und doch leicht nachvollziehbare Einführung in die Psychologie des tibetischen Buddhismus und die Praxis der tibetischen Meditation und versucht darüber hinaus, den westlichen Lesern zu vermitteln, dass es die spirituelle Freiheit nicht gratis gibt. Dabei räumt er auf mit der naiven Vorstellung, man könne vom Buddhismus lernen, wenn man nicht zugleich sein bisheriges Leben mit seinen eingefahrenen Verhaltensmustern von Grund auf in Frage stellt.
Obwohl er die Kluft zwischen dem Denken des Westens und demjenigen des Osten deutlich hervorhebt, geht es Chögyam Trungpa darum, die traditionellen Lehren des tibetischen Buddhismus nicht nur im Gegensatz zur westlichen Mentalität zu sehen, sondern, darin übereinstimmend mit den Bestrebungen des Dalai Lama, Verbindungen zwischen beiden Welten herzustellen, die einen vorurteilsfreien Zugang zum Buddhismus ermöglichen. Eine Schlüsselrolle spielt dabei die Meditation, die er als Mittel zur Selbsterkenntnis heraushebt, als einen Weg in Richtung spirituelle Freiheit, den man mit Mut und Geduld beschreiten muss, wenn man sich nicht immer wieder in denselben geistigen und psychischen Beschränkungen verfangen will. Eines seiner Gedichte beschreibt auf eindringliche Weise die Stufen des spirituellen Pfades.
Chögyam Trungpa gehört in eine lange Linie sogenannter “Tulkus”, das sind buddhistische Meister, die als Wiedergeburt eines vorherigen großen Meister gelten. Er war nicht nur Mönch sondern auch ein gelehrter Visonär, der außerdem Gedichte schrieb und alte Texte übersetzter. Nach seiner Flucht aus Tibet setzte ihn der Dalai Lama als spirituellen Lehrer für junge Mönche ein. Im Alter von 30 Jahren ging er nach Nordamerika, veröffentlichte zahlreiche Bücher, gründete mehrere Meditationszentren und dazu im Jahr 1974 die erste buddhistische Universität im westlichen teil der Welt. In Deutschland wurde man erstmals auf Chögyam Trungpa aufmerksam, als seine Neuübersetzung des Totenbuch der Tibeter erschien.
Der Mythos Freiheit und der Weg der Meditation
von Chögyam Trungpa
Taschenbuch: 224 Seiten
Verlag: Rowohlt Tb.
ISBN-10: 3499620316
ISBN-13: 978-3499620317
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