Hermann Hesse

Hermann Hesse – ein Dichter, Schriftsteller und Freizeitmaler, wurde am 2. Juli 1877 in Calw geboren. Er wuchs in einer behüteten, intellektuellen, christlichen Missionarsfamilie auf. Seine Mutter Marie wurde in Indien geboren und sein Vater Johannes war der Sohn eines baltischen Arztes aus Weißenstein in Estland.
Hermann Hesse hatte noch fünf Geschwister, von denen zwei leider schon ziemlich früh verstarben. Er war ein sehr talentierter und temperamentvoller Junge, der schon in sehr früher Kindheit begann, seine Zeichen- und Dichtkünste unter Beweis zu stellen.

Seine schulische Ausbildung von 1885 – 1894 absolvierte er zum Teil in Basel, Calw, Göppingen und Maulbronn. Hier zeigten sich auch gegen Ende seiner Schulzeit sein rebellischer Charakter und seine zwischenzeitliche Orientierungslosigkeit in einem Suizidversuch. Das hatte zur Folge, dass er im Alter von 15 Jahren in einer Nervenheilanstalt untergebracht, im Garten arbeiten und beim Unterricht geistig behinderter Kinder helfen musste.

Nach dem doch noch erfolgreich bestandenen Examen auf dem Gymnasium in Cannstatt, begann er zunächst eine Buchhändlerlehre, von der er allerdings nach drei Tagen flüchtete um dann, im Frühsommer 1894, eine 14monatige Mechanikerlehre in der Turmuhrenfabrik von Calw zu absolvieren. Zwischenzeitlich versuchte er sich immer wieder mit dem Schreiben von Märchen.

Ab 1895 arbeitete Hermann Hesse in einer Buchhandlung in Tübingen und war auch in seiner Freizeit sehr belesen. Er begann mit dem Verfassen von Gedichten, die auch in verschiedenen Zeitschriften veröffentlicht wurden. Im weiteren Verlauf seines bewegten Lebens heiratete er 1904 zunächst die Baseler Fotografin Maria Bernoulli und ließ sich mit ihr am Bodensee nieder. Aus dieser Ehe stammen drei Söhne, Bruno, Hans Heinrich und Martin. Da Hermann ziemlich unstet war und es nie lange an einem Ort aushielt, begann es nun auch in seiner Ehe zu kriseln.

1911 brach er zu einer großen Reise nach Ceylon und Indonesien auf, um spirituell-religiöse Inspiration zu finden. Ab 1914 arbeitete er in der Kriegsgefangenenfürsorge der Deutschen Botschaft in Bern, da er für den Kriegsdienst als untauglich erklärt wurde.

Einige schwere familiäre Schicksalsschläge setzten ihm schwer zu und ließen ihn seelisch vereinsamen. Durch seinen Freund und Kriegsdienstverweigerer Gusto Gräser wurde aus ihm bald ein entschlossener Kriegsgegner. Während all dieser Jahre entstanden viele Romane und Erzählungen. So zum Beispiel auch der Roman „Demian”, in dem er seinem Freund Gusto Gräser ein Denkmal setzte.
Von 1916 bis zu seinem Lebensende 1962 lebte Hermann Hesse im Tessin.
Im Laufe seines sehr bewegten Lebens verfasste er viele hervorragende literarische Werke wie „Die Morgenlandfahrt”, „Der Glasperlenspieler” oder „Steppenwolf”, für die er auch 1946 den Nobelpreis für Literatur erhielt. Am 9. August 1962 erlag Hermann Hesse, der schon längere Zeit an Leukämie erkrankt war, einem Gehirnschlag.